Warum #ParkAndRide keine Lösung ist

Manche meinen die Lösung der städtischen Verkehrsprobleme wäre, dass die Autofahrer*innen zum Stadtrand fahren, um dort auf riesigen Parkplätzen als P&R (Park & Ride) abstellen, um dann mit Zug und Bus in die Stadt reinzufahren. Was stimmt an dieser Idee nicht?

Es gibt dann mehrere Probleme:

  1. Man muss erst große Flächen schaffen, auf denen ausreichend Platz geschaffen wird. Der Verkehr zur Stadt über Bundesstraßen oder Autobahnen würde nicht geringer. Woher die Flächen nehmen? Und was sagen die Umlandgemeinden: Wollen die den Städten die Flächen bereitstellen? Nur für das Auto? Wohl kaum! Außerdem müssen die Leute sich trotzdem mit dem Auto auf den Weg machen. Infrastrukturen auf dem Lande entstehen dadurch nicht.
  2. Investitionen in Parkplätze schafft keine neuen Verbindungen. Es bedeutet stattdessen Geld in Autoinfrastruktur zu investieren.

Für manche erscheint zwar P&R als die Lösung aller Probleme. Dann können die Leute mit ihrem Auto bis zum Stadtrand fahren und es abstellen. Aber es ist eben nicht gut durchdacht, wie oben schon ausgeführt.

Gerade diese Woche wurde wieder so ein Antrag in die Ratsversammung eingebracht als Drucksache 77/2020:

Die Verwaltung wird gebeten, gemeinsam mit den Nachbargemeinden Flächen am Stadtrand zu suchen, die für Park & Ride-Parkplätze in Frage kommen. Dabei sollen insbesondere Flächen an den Haupteinfallstraßen, über die besonders viele Pendler*innen nach Kiel fahren, ausgewählt werden.

Naiver kann man es fast nicht mehr angehen. Und ausgerechnet dieser lächerliche Antrag wurde interfraktionell unterstützt? Es zeigt mal wieder wie wenig die Ratsversammlung ernsthaft an der Verkehrswende arbeitet. Kiels Ziel 40% weniger Autoverkehr bis 2035? Ja was wird denn dafür unternommen? Gar nichts!

Dieses Beispiel ist aber auch auf jede Stadt anwendbar. Es wird Zeit diese Denke zu überwinden, dass es nur darum gehen müsse das Parken zu erleichtern. Die Bequemlichkeit des Autos kommt hauptsächlich dadurch, dass die Illusion entsteht, dass man überall hin kommt. Es muss dann eben auch unmöglich werden zu parken. Das Schaffen von MEHR Parkmöglichkeiten wird niemand davon abhalten in der Stadt nach doch einem näheren Parkplatz abzuhalten! Das ist eine sehr gefährliche Illusion! Es führt nur dazu das Gelder in die falsche Richtung investiert werden und verhindert die eigentliche Verkehrswende!

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