#CoronaKiel Alles locker?

Die Anweisung von Ministerpräsident Günther hatte über Ostern für viel Wirbel gesorgt. Familienfeiern bis zu 10 Personen waren plötzlich erlaubt, aber nach wie vor Gespräche auf der Straße zwischen zB einem Pärchen und einem Bekannten illegal und mit bis zu 500€ pro Person geahndet!

Eigentlich hatte man sich verständigt, dass es keine Erleichterungen geben wird, bis zum 19. April und auch keinerlei Diskussion über Lockerungen. Davon sind wir nun weit entfernt

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe der Leopoldina:

Also eine männliche Elite gibt die entscheidenden Vorschläge für die gesamte Gesellschaft. Geht das überhaupt?

Zu der Frage, wie es nach den bisher getroffenen Maßnahmen zu einer Lockerung kommen kann fällt auf, dass man nirgendwo Kriterien und Untersuchungen findet, die deutlich machen, wie welche Maßnahmen gewirkt haben sollen. Man hat verschiedene Maßnahmen getroffen ohne Zielvorgaben. Zeitweise hat man die Verdopplungszahl als Maßstab genommen. Dieses wird aber normalerweise bei längerem Verlauf immer länger.

Herr Wieler vom Robert Koch-Institut verkündet zwar, dass fest steht, dass die gute Nachricht ist, dass die Maßnahmen wirken, weil die Zahlen sinken. Aber gleichzeitig betont er, dass es nicht sicher ist, dass die Zahlen wirklich sinken. Aber wie kann das RKI denn behaupten, dass die Maßnahmen erfolgreich sind, wenn es sich beim Ergebnis nicht mal sicher ist. Die Ursachen für das Senken können vielfältig sein.

Seit dem 20. März ging das Wachstum zurück. Eigentlich zu früh für Beschlüsse des 15. März (primär Schulschließungen) und natürlich zu früh für den 22. März (Kontaktsperre), die ja erst danach kam.

Ich denke das das Wachstum runter ging ist unfraglich. Aber die Bedingungen sind unklar. Aber gerade für eine Änderung der Maßnahmen wäre wichtig die genauen Ursachen zu kennen. Es ist OK, wenn man am Anfang nicht genau wusste, was man tat. Es war m.E. aber ein Fehler auf die Maßnahmen am 15. gleich kurz darauf weitere Maßnahmen zu beschließen, auch wenn man ohne das Menschenleben gefährdet hätte. Und zwar, weil es jetzt schwierig wird die Wirksamkeit festzustellen. Äußerungen wie die von Wieler, dass wir WISSEN, das ALLE Maßnahmen wirkten sind nicht wissenschaftlich. Wir wissen also jetzt nicht, was hilft und was wir zurückdrehen können. Wir wissen, dass dieser oder ein anderer Virus zurückkommen wird. Wir werden also das nächste mal (zB Ende des Jahres) wieder ALLE Maßnahmen in Kraft setzen müssen, wenn wir die gleiche Logik anwenden.

Aber die Maßnahmen haben eben auch negative Wirkungen nicht nur auf die Gesundheit. Wenn Du Herz-Kreislauf-Patienten sagst, sie sollen wegen des Risikos lieber monatelang zuhause bleiben, werden viele davon deswegen sterben. Und Anderes wie die Wirtschaft. Und über die Wirtschaft stehen auch Arbeitslosigkeit mit Depressionen und früherem Tod in Verbindung.

Politisch erleben wir zur Zeit aber eher den Gegenpol, dass gesagt wird, dass nur eine Verlängerung oder Verschärfung der Maßnahmen die Gesundheit schützt, aber eine Abkehr davon unsere Gesundheit und Menschenleben gefährdet. ein gefährliches Schwarz-Weiss-Denken!

Wir wissen also nicht, was gewirkt hat, was wir also zurücknehmen können. Und das nächste mal fangen wir wieder bei Null an. Und werden daher nächstes mal wieder erhebliche Nebenwirkungen haben. Es führt eigentlich kein Weg daran vorbei jetzt ein Risiko einzugehen mit einer konsequenten Öffnungspolitik: Es muss jetzt ein bestimmter Weg gewählt werden, der es erlaubt auch festzustellen, welchen Effekt diese Lockerung haben wird. Das heißt, dass es auch besonders wichtig ist, dass die Folgen gut beobachtet werden können.

Denkbar wären auch verschiedene Strategien pro Bundesland, um Vergleiche anstellen zu können. Die bisherige Politik lässt aber große Zweifel aufkommen. So hat doch jeder versucht den anderen mit noch schärferen Maßnahmen zu übertreffen. An vorderster Front der Söder. Und die Bevölkerung beklatscht auch diese Show, in der es um allerwenigsten um das beste für die Bevölkerung geht, sondern darum sich für künftige Wahl- und Machtkämpfe in Stellung zu bringen.

Je nachdem, wie sich die Wirkungen dieser Krise niederschlagen besteht auch eine Gefahr, dass sich die aktuellen Verlierer, die AfD in Gewinner verwandeln, wenn die Wirkungen der Krise voll durchschlagen und Schuldige gesucht werden.

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