#CoronaKiel Die Kieler Coronaleugner im Netz rechtsradikaler Verschwörungstheorien #COVID19de

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Ich wollte dazu eigentlich nichts schreiben. Bisher waren es ja nur eine handvoll People, die in Kiel gegen die Coronaauflagen demonstriert haben. U.a. organisiert von dem Jongleur Björn Dinklage (Info via Antifa Kiel).

Gestern nun gab es am 16.8 eine größere Demo an mit ca. 600 Teilnehmer:innen. Darunter auch als „Stargast“ der Coronaleugner-Arzt Bodo Schiffmann, der offensichtlich einige Fans nach Kiel holte.

Ich habe mir das obige Video zu großen Teilen angeschaut, um einen Eindruck der Demo zu bekommen. Zum einen fällt auf, dass die Auflagen der Stadt nicht erfüllt wurden: Niemand hat dort einen Abstand von 2,50 Metern eingehalten. Auch die Polizei trug keinen Mundschutz:

Polizei ohne Mundschutz

Die Kundgebung hätte also aufgelöst werden müssen. Die Ansagen von der Bühne bestätigen meinen Eindruck, denn mehrfach wurde von dort aus darum gebeten, mehr Abstand zu halten oder weiter nach hinten zu gehen.

Die Inhalte waren quer durcheinander. Primär sprach aus ihnen eine Feindseligkeit gegen den Mainstream. „Drosten der Vollpfosten“ usw. Aber eigentlich gab es wenig konkrete Kritik gegen Einzelmaßnahmen. Erstaunlich fand ich den Aufruf einer Frau, das Eltern aus Angst um ihre Gesundheit ihre Kinder zuhause lassen sollten und nicht in die Schule schicken. Es klang für mich erst so, als hätte sich die Frau verlaufen, weil sie wegen des Virus Angst um ihre Kinder hätte. Aber nein, es war die Angst, dass die Kinder durch die Maßnahmen physische und psychische Schäden von sich tragen. Die haben tatsächlich vor einem Mundschutz mehr Angst als vor Viren und Bakterien. Man muss mal daran erinnern, dass es auch so etwas wie die Pest gab, die im 14. Jahrhundert zu 25 Millionen Toten führte. Sicher ist COVID19 nicht die Pest und wir haben heute bessere Methoden. Aber hätten damals Menschen Mundschutz getragen, wäre bereits viele Menschenleben zu retten gewesen.

Fakt ist ja, dass COVID19 sich nach wie vor und immer schneller weltweit ausbreitet. Sicher gibt es auch andere Möglichkeiten zu Tode zu kommen, aber es ist ein neuer Virus, der bereits zu 800.000 Toten geführt hat. Länder wie USA und Brasilien, die Maßnahmen stark zurückgeführt haben, haben auch eine höhere Erkrankungsdichte. Und natürlich muss man auch immer abwägen zwischen Folgen des Virus und Folgen der Maßnahmen. Wir könnten zwar die Wirtschaft komplett schließen, aber dann würden wir wohl auch alle verhungern. Aber all dies sind Gedanken, die man haben kann und muss, aber niemals zur totalen Negation der Gefahren führen dürfen, wie das bei diesen Coronaverschwörern der Fall zu sein scheint. Dort wird bar jeder Vernunft argumentiert. Anything goes. Und sie sind weit offen für sämtliche Verschwörungsmythen wie 5G, Chemtrails, Antisemitismus,…

Wie weit das gehen kann sieht man dem Video eines rechtsradikalen Videobloggers:

Es lohnt sich nicht auf „Argumente“ der Verschwörer einzugehen. Sicher ist die Forschung zu Corona noch nicht fertig. Wichtig ist aber, diesen Virus ernst zu nehmen und nicht ein Netz aus Mythen zu spannen. Damit wird dann der Virus und der Widerstand gegen die Maßnahmen nur noch Teil einer Weltverschwörungsideologie, wo angeblich alles zusammen passt. Man kann sicher über Sinnhaftigkeit einzelner Maßnahmen diskutieren, aber darum geht es den Anhängern dieser Ideologien gar nicht. Eigentlich ist Corona auch nur ein weiterer Aufhänger, eine weitere Geschichte oder Alternative Realität, die dazu dient ein krankes Weltbild zu stützen.

Wie sinnvoll sind Masken? Ja, kann man diskutieren, sicher kein 100% Schutz. Aber gleiches gilt für andere Maßnahmen. Wichtiger finde ich, dass das eigene Handeln Auswirkungen auf die Gesundheit anderer hat. Und das man daher sein eigenes Verhalten sogar dann anpassen sollte, wenn man selber nicht an die Wirksamkeit der Maßnahmen glaubt. Es ist mittlerweile gar keine Eingriff Grundrechte mehr. Sogar diese Kundgebung, die eindeutig illegal war, weil sich niemand an Regeln hielt, durfte abgehalten werden. Die Maskenpflicht ist begrenzt und bedeutet nicht, dass man seine Grundrechte nicht mehr wahrnehmen könnte.

Also gibt es keinen Grund für Widerstand und Protest, allenfalls zur Diskussion um den besten Weg. Aber bitte ohne alle mit einer anderen Meinung zu gefährden!

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