Kiel, Stadt am Wasser? #RVKiel

Kiel Hafen vom CAP Januar 2012.png

Kiel Hafen vom CAP Januar 2012 Von 36ophiuchi Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

In Fortsetzung meines anderen Artikel zur Kieler Innenstadt von heute:

Was stimm eigentlich mit Kiel nicht? Viele Kieler:innen kennen das: Man bekommt Besuch, den man am Bahnhof abholt und die Leute wollen gleich „ans Wasser“. Sie sehen die Förde und auch große Schiffe und denken dann, am könne an der Förde spazieren gehen. Aber Pustekuchen. Alles verbaut.

Man hat sehr stark auf die Fähren und später auf den Kreuzfahrttourismus gesetzt. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass der jemals wieder die vergangenen Höhen erreichen kann. Für Kiel bietet auch diese Krise eine Chance. Man könnte sehr harte Maßnahmen durchführen, wie:

  • Rückbau der Fähr- und Kreuzfahrtterminals, bessere Anbindung des Bahnhofs ans Wasser, zB Fördeschiffe, die in unmittelbarer Nähe auf dem Bahnhofsvorplatz (jetzige Kaistraße) anlegen
  • Das Wasser wieder echt via Bootshafen und Holstenfleet bis zum Kleinen Kiel hereinführen statt künstllicher Gewässer, inklusive möglichem Bootsverkehr
  • Bessere Gestaltung der Hörn zum Flanieren, eine extra Radverbindung und eine Art Park statt Hochhäuser und Beton.
  • Abriss von Sophienhof und Karstadt. Karstadt wird sowieso die nächsten 1-2 Jahren schließen und der Sophienhof wird auch immer mehr Probleme bekommen. Stattdessen dort wieder große Mehrfamilienhäuser mit Mischnutzung und Kleingewebe ansiedeln.
  • Das Sophienblatt wie schon angedacht autofrei, ebenso die Kaistraße
  • eine Promenade angefangen von der Kaistraße bis zum Anfang der Kiellinie (Seeburg)
  • auch einen Stadtstrand sollte man nicht so wie bisher vom Tisch wischen. Innenstädte sind heutzutage weniger industrielle Zentren, sondern vielseitiger. Es wären weitere Gewerbeansiedlungen und Wohnbebauungen möglich
  • Verlagerung des gesamten Hafen und Schiffsverkehrs außer Ausflugsfahrten, Fördeschiffahrt,… nördlich des Kanals zum MFG5 und mit dem Flughafen Holtenau verbinden
  • Abbau des Tirpitz-Hafens und Beendigung der Stationierung der Marine. Auch hier wäre sehr viel mehr möglich also nur Sperrgebiet.

Ok, alles das geht nicht auf ein mal, aber es geht hier um eine Richtung, bzw. Richtungsumkehr. Zwar wirbt Kiel immer mit der Meeresnähe, aber eigentlich sind es nur die Schiffspassagiere, die dem Wasser nahe kommen. Die Langeweile von Kiel hängt viel damit zusammen, das man voll auf diese Karte des Fähr- und Kreuzfahrttourismus gesetzt hat. Und das ist jetzt nur das Westufer. Auf dem Ostufer wäre auch einiges möglich. Die bisherige Hafenwirtschaft wird die kommenden Jahre einen weiteren Niedergang erfahren. Es geht vor allem darum diesem unbegrenzten Wachstum eine Idee einer Stadt entgegenzusetzen ohne Militär und Autos. Eine Stadt für Menschen. Die entstehenden Freiräume könnten viele Energien freisetzen.

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