Die Politisierung einer Pandemie

Streit um den richtigen Weg

Die Ansichten zu Corona sind in Gesellschaft und Politik sehr unterschiedlich. Die einen sagen Hü und die anderen Hott, Aber was ist der richtige Weg? Muss das nicht demokratisch diskutiert und entschieden werden?

Diese Einstellung hat uns bisher (November 2011) 11.000 Menschenleben gekostet. Aktuell 300 pro Tag. Diese Einstellung und der Rassismus, der uns sagt, dass nur wir in Deutschland am besten wissen, was gut für uns ist. Wir wussten es schon einmal: Wir Deutschen wussten, dass Masken nicht helfen: „Braucht man nicht! Totaler Quatsch, was die Asiaten da machen! „Für gesunde Menschen unsinnig!„“

Heute sieht man das anders. Aber Bescheidenheit hat man damit nicht gelernt. Bei einer Exptenanhörung kam man kaum aus dem eigenen Bundesland heraus.Und das bei einem Land, das bestenfalls mittelmäßigen Erfolg bei der Coronabekämpfung hatte. Wir klopfen uns zwar ständig selber auf die Schulter. Und: Ja, es gibt Länder, denen geht es noch schlechter!

Aber noch mal zum Kontrast:

  • Deutschland: 300 Tote pro Tag!
  • Taiwan: 7 Tote seit Pandemiebeginn INSGESAMT!

Und wir haben immer noch Spinner, die sagen, es sei doch alles gar nicht so schlimm? oder Poltiker:innen, die weniger krasse Maßnahmen fordern? Es muss ja nicht unbedingt so sein, dass es viel besser wird durch krasse Maßnahmen. Taiwan hat einen Mix an Maßnahmen gefahren. Der Erfolg ist, dass man nun dort freier und ungezwungener leben kann, als bei uns. Das heißt: Härtere und vor allem schnellere Maßnahmen verkürzen die Zeit des Lockdowns und lassen auch ihren Umfang schrumpfen! Quasi: Je härter und gezielter und schneller, desto kürzer und weniger!

Parteien und Poltiker:innen vermissen eine breite Debatte über die Maßnahmen. Aber mal zum Vergleich:

Reden wir bei einem Waldbrand darüber wie, ob wir das Feuer bekämpfen? Wieso gibt’s nicht die Debatte beim Klima? Warum finden dann „Autogipfel“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit und Umweltverbände statt?

Was Hilfen angeht und den Umgang mit den Folgen kann ich es einsehen, dass man das breit diskutieren muss. Bei Pandemiebekämpfung allerdings wünsche ich mir, das ausschließlich das Notwendige passiert, oder das was man für dringend erforderlich hält und das dann möglichst schnell. ich möchte gar nicht mitdiskutieren, was geschlossen wird und was nicht: Ihr werden doch nichts schließen, wenn es nicht hilft. Und hoffentlich habt ihr auch kräftig von Asien gelernt?

Aber nein, die befragt man gar nicht. Ich bin fassungslos, das man Menschen opfert, nur um Recht zu behalten. Wo sind wir? Im Mittelalter? Das guilt auch für Menschen wie Kultusministerin Prien, die hoch gepokert hat und auf 100% Präsenzunterricht gebaut hat. Währendessen wird bekannt, das viele Schüler:innen infiziert wurden. Man wollte keinen flexiblen Unterricht. Zwar wird uns Tag für Tag gepredigt, wie wichtig Digitalisierung ist. Aber wenns drauf ankommt will man nicht mal einen Tag auf Präsenzunterricht verzichten.

Deutschland hat zwar einige große Fehler vermieden. Aber man hat auch viele Fehler gemacht und tut es noch. Und man hat seine Arroganz nicht verloren. Vor einigen jahren viel mir auf, dass im Fußball viele großen Fußballnationalmannschaften Trainer aus der ganzen Welt einsetzen. Aber nicht die Deutschen. Die machen lieber für Ex-Fußballspieler einen Schnellkurs, weil es ja nicht sein kann, dass ein Portugiese, Brite oder gar Chinese „unsere“ Mannschaft trainiert. Das geht ja nicht, Landesverrat, grande catastrophe?

Und ähnlich erscheint es nun hier und immer wieder. Das ist auch, was ich bei Ai Weiweis Kritik an Deutschland heraushörte: Eine gewisse, tief verwurzelte Provinzialität. Irgend wie will man immer noch am liebsten eher untergehen, als zugeben, dass auch außerhalb unseres Landes oder von Nicht-Weißen etwas gut laufen kann. Und ich fürchte fast, dass es auch immer noch das Denken aus der Nazizeit sind, das die Ursache dafür ist.

Daher liest man auch in deutschen Medien oft erst Wochen später, was in der Weltpresse schon längst abgehandelt wurde. Es gibt gute Ansätze, aber es ist doch meist bieder und eher eine Nabelschau, als ein Blick über den Tellerrand.

So wirds aber nicht weitergehen. Vom Wissen her ist Deutschland schon lange nicht mehr Spitze. Und auch im Umwelt- oder Gesundheitsschutz sind uns ehemalige „Drittweltstaaten“ oft einiges voraus. Man war ja fast enttäuscht, dass Afrika nicht von Toten an COVID19 überschwemmt wurde. ja verdammt, kriegt euer koloniales Denken aus dem Hirn. Und fangt auch mal als Medien an das eigene Land fundamental zu kritisieren und gute Beispiele im Ausland anzuerkennen. DAS wäre intelligent!

Man nennt das auch NIH-Syndrom: „Not invented Here!“ Gibts auch weltweit! Es kann auch entspannend wirken: Wir müssen gar nicht immer die Besten und Klügsten sein. Aber wir sollten versuchen klüger und besser zu werden!

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