Immer wieder #Rassismus

Bands wie BTS spalten die Musikfans, vielleicht ähnlich wie Bands wie die Beattles – und selbst diese Aussage könnte Leute auf die Barrikaden bringen. Fakt ist: Musik ist ein emotionales Thema und die Geschmäcker sind sehr verschieden. Und die wenigsten Menschen hören das, was die Meisten hören. Ich selbst hatte vor dieser Stor nie bewußt BTS gehört, nur von ihrer Popularität gehört und mitbekommen, dass es nicht so meine Musik wäre.

Was passierte also mit dem oben zitierten Tweet? Bayern 3 antwortete auf Proteste in eine Stellungnahme und nicht nur ich hatte den Eindruck, dass das Vieles eher schlimmer machte. Was also passierte war aus verschiedenen Perspektiven sehr verchieden:

  • Aus Sicht von viele asiatisch gelesenen Menschen ein „No not again, WTF?“
  • ebenso für viele aus anderen Communitities
  • Dann gibts da natürlich noch die oft als „alte weisse Männer“ (AWM) bezeichnete Gruppe, wo ich immer gerne betone, das damit nicht das Alter oder Geschlecht fixiert gekennzeichnet sind. Es ist eher die Bezeichnung einer Schnittmenge.
    • Leute wie Matuschik
  • Dann die weltweiten BTS Fans auf fast jedem Kontinent. Warum auch immer, sind Fans von K-Pop und BTS besonders engagiert, aktiv und zu Aktionen mobilisierbar
  • Die Gruppe der ARD, BR WDR
  • Diverse Andere Gruppen

Ich würde mich dort zu „potentiell AWM“ rechnen müssen, der versucht seinen eigenen Vorurteilen entgegenzusteuern, die man halt auch so durch Elternhaus und Wiege und Gesellschaft in die Wiege belegt bekommt.

Aus meiner Perspektive war es auch ein „WTF? Not again!“ Und zwar weil vor nicht all zu kurzer Zeit auf WDR dieser Fall mit „Die letzten Instanz“ stattfand, in der fünf(?) weiße Deutsche sich darüber mokierten, dass ja früher alles erlaubt war zu sagen, ohne Rassist genannt zu werden. Matuschik hätte auch da sitzen können. So Generation 45 bis Open End.

Ich weiß das auch, was völlig normal war, weil KEINER was sagte. Meine ersten Erfahrungen mit Antirassismus waren auch eher außerhalb Deutschlands über das Internet. In Deutschland gabs halt zB in Kiel „Flüchtlingsrat“ oder „Antifa“ und Initiativen gegen Rocktock-Lichtenhagen, gegen Mölln Oury Yallohs vermutete Ermordung und viele hundert Morde. NSU kam ja erst später die Aufklärung was passierte und was uns verheimlicht wurde um die Täter zu schützen.

Ich will mich hier mal auf Akteure wie den Bayerischen Rundfunk konzentrieren, die die Haltung verbreiten „Ihr habt ja keine Ahnung, das war gar nicht so gemeint, das war Spaß!“ Erinnert mich ein wenig an die Antwort des Tatort-Teams, als ich kritisierte, dass sie in ihrem einen Kiel-Tatort Gaarden als Neubausiedlung klassifizierten. Ich bekam eine Standardantwort die so viel aussagte wie: „Ist a alles nur ausgedacht!“ Allerdings nicht ausgedacht war der Name des Stadtteils. Die künstlerische Freiheit ging nicht so weit, Gaarden als „Düsternbrook“ zu bezeichnen. Man baute auf bestehenden Vorurteilen auf und verteidigte die auch, weil sowas wie ein Nobelviertel tabu sind. Denn da wohnen Leute, die das Programm selber gestalten oder sichern. Anders ausgedrückt: Die Privilegien.

Und genau so ist es in diesem Fall: Ein Matuschik ist tabu, weil er dazu gehört. Weil man ihn am Abend beim Sektempfang treffen könnte (wäre nicht Corona). Seine Tochter geht vielleicht auf die gleiche Schule wie die des Intendaten des BR. Aus Sicht des BR gibt es aber andere Menschen, die nciht dazu gehören: Menschen, die anders aussehen, als der sogenannte „Durchschnittsdeutsche“, den es schon lange wohl auch gar nicht mehr gibt. Aber die Idee des Deutschtums gibt es noch, der Abgrenzung von Kultur, des Wir und Die.

Natürlich ist K-Pop und BTS Teil deutscher Kultur, defakto wegen der Popularität. Aber Teile Deutschlands können das immer noch nicht sehen. Da gibt es irgendwelche Herzbuben, die weniger Alben verkaufen, aber irgend wie als typischer für den deutschen Musikgeschmack gelten!?

Es geht eben nicht um Musik! Es geht nur um Vorurteile, um Rassismus und darum Menschen auszugrenzen. Das Drohungen an die Familie Matuschiks daneben sind, da würden wohl 99% desr BTS-Fans zustimmen. Idioten gibts leider überall. Und eine Band kann sich ihre Fans nicht aussuchen. War nicht sogar der Mörder von John Lennon ein Beatles-Fan?

Und mir geht es darum, dass hier immer noch der Kopf in den Sand gesteckt wird. Mit wenigen Ausnahmen findet zB eine offene Debatte um Alltagsrassismus oder strukturellen Rassismus in öffentlich-rechtlichen Medien nicht statt. Mehr auf Instagram und anderswo.

Und ich beobachte einen totalen Bruch in der Gesellschaft, wo durch diese Unfähigkeit von BR, NDR, WDR, usw. bestimmte Meinungen zu repräsentieren sowohl bestimmte Meinungen nicht in der Öffentlichkeit ankommen, außer vielleicht auf Twitter. Und damit stellen sie natürlich das Gesamtsystem der Gebührenfinanzierung in Frage. Komsischer weise stößt hier die AfD in ein ähnliches Horn, aber aus entgegengesetzten Gründen. Weil sie glauben, dass ihre Meinungen, die zunehmend marginalisiert sind, zu wenig repräsentiert sind. „Meinungen“ also das Menschen mit anderem Aussehen weniger wert wären. Ehrlich gesagt finde ich gibt es immer noch zu viel AfD im Fernsehen. Bei jedem Tagesschau-Bericht über den Bundestag dürfen sie ihren Senf abgeben. Eben als größte Oppositionspartei. Aber es kommt immer nur heiße Luft und Hass!

Unsere Öffentlichkeit hat einen zunehmenden Handlungsbedarf. Und das liegt mehr an Medien wie Twitter, die Meinungen von Minderheiten (und BTS-Fans) sichtbar machen. Rassistisch oder sexistisch war das Fernsehen schon seit Jahrzehnten. Es wird Zeit, dass sich das schnell ändert. Und ichd enke auch, da müssen Köpfe rollen an der Spitze der Rundfunkräte, wo AWM immer noch dominieren und jede Kritik absorbieren und an Sendern abprallen lassen. Wenn ihr eure Aufgabe nicht erfüllt, zu vermitteln, habt ihr bald wirklich keine Existenzberechtigung mehr!

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