Ausblick in den März #CoronaKiel

3000 freie Corona Bilder bei Pixabay. Immerhin ein Vorteil der Krise.

Wieder ein Monat rum. Eigentlich auch nicht viel Neues, außer das die Landesregierung und die Stadt Kiel bei steigenden Zahlen verkaufen wollen, dass die Zahlen sinken.

Dabei ist der Inzidenzwert seit gestern fast wieder auf 50 (von fast 30):

Am heftigsten an der Verlängerung des Lockdowns arbeiten aber die Gegner:innen des Lockdowns, durch nicht-endenwollende Demos in Kiel.

Inzwischen sind die Schulen in Kiel und Schleswig-Holstein wieder im zwangsweisen Präsenzbetrieb. Viele Untersuchungen belegen ja, dass Schulen ein entscheidender Pandemietreiber sind. Das ist alles nicht neu. Zwar hat das Parlament betont, dass man ja wisse, dass die Mehrheit der Ansteckungen in geschlossenen Räumen stattfinden, auch das weiß man seit SARS-a (also seit ca. 2003), aber das hat noch nie die Maßnahmen geleitet. Und es führte auch nicht dazu, mit dem Präsenzunterricht zu warten.

Mein fundamentales Problem mit diesen Debatten im Landeshaus und insgesamt in Deutschland ist:

  • Es geht offenbar NUR darum, wie Politiker:innen Maßnahmen und den Lockdown empfinden. Das was sie als notwendig erachten darf passieren. Und sie richten ihre Politik darauf aus, was in Abwägung von Vor- und Nachteilen in der nächsten Zeit passieren muss oder soll.
  • Es geht ÜBERHAUPT NICHT darum, das Virus oder die Pandemie so zu bekämpfen, dass das Problem nicht mehr existiert.

Ergebnis dieser Politik ist, dass wir in Deutschland seit über einem Jahr ein Hin- und Her an Maßnahmen erleben und kein Ende der Pandemie als Gefahrenquelle. Und ein stetiger Strom an Infizierten und Toten.

Statt darauf abzuzielen wirksame Maßnahmen zu beschließen, damit wir bald wieder einigermaßen normal leben können, macht man Pläne, die versuchen nur das absolute Minimum an Maßnahmen umzusetzen.

Für viele Maßnahmen, wie die Schließung unzähliger Geschäfte, gab es nie einen Hinweis, dass diese einen wesentlichen Beitrag leisten würden. Es geht ja nicht darum, jede Ansteckung zu 100 oder 150% auszuschließen, es geht darum, Übertragungen zu einem sehr hohen Prozentsatz zu verunmöglichen.

Man hat jetzt aber als Maßstab nicht die Infektionswahrscheinlichkeit genommen, sondern dort geöffnet, wo die Politik ihre Schwerpunkt-Felder sieht. Wohl kaum jemand wird behaupten, dass Blumenläden, Friseure oder Gartencenter systemrelevant sind? Und warum ein Blumenladen weniger hohe Infektionen zulässt als ein Schmuckladen?

Daher: Das Infektionsgeschehen und die Pandemiebekämpfung spielen offenbar bei der aktuellen Politik keine Rolle. Niemand in der Politik will die Pandemie aufhalten. (Vgl. auch Interview mit Scholz: „Wir haben eine Perspektive“)

Impfen für Senior:innen in Kiel

In Kiel habe ich selbst einen Fall mitbekommen, wie das Impfen organisiert wird:

  • Eine 87jährige bekam von der Landesregierung einen Brief mit PIN und Telefonnummer und Angebot zum Impfen
  • Sie rief also an, wurde gefragt, ob sie eine Mailadresse habe, was sie verneinte
  • man vereinbarte mit ihr 2 Termine an 2 Sonntagen und gab ihr zwei „Nummern“ durch, die sie notieren sollte. Wozu die gut sein sollten, wurde nicht gesagt.
  • Man könnte jetzt erwarten, dass die Termine per Brief bestätigt würde uns zusätzliche Hinweise als Aufklärung mitgeschickt. Es kam aber nichts.
  • Auf Nachfrage von ihren Kindern per Email kam heraus: Nur wer eine Email-Adresse hat, bekommt Informationen zugeschickt . Angeblich hätten 80% der über 80jährigen eine Mailadresse. Allerdings nutzen bundesweit nur 60% der Senior:innen überhaupt das Internet.
  • Als nun eine Mailadresse eingegeben wurde, kam dann Material. Allerdings keine genauen Hinweisen zum Impfort (Schwedenkai 1) außer PLZ und Adresse. Dazu kamen noch Aufklärungen zu den Impfstoffen und einiges zum Unterzeichnen.
  • Auch enthalten 2 Tickets. Wie sich herausstellte, waren die langen Nummern, die sie aufschreiben sollte die Ticket-Nummern. Und ohne Ticket hätte sie keinen Zugang zum Impfen bekommen!

Ich kann es nicht nachvollziehen, warum man Senior:innen, die nur Telefon nutzen nicht einfach einen weiteren Brief zusenden kann, mit allen nötigen Informationen. Davon auszugehen, dass Ältere alles richtig aufschreiben und v.a. keine Informationen vorab brauchen ist doch absurd! Da wird wieder am falschen Ende gespart und wird den Ablauf des Impfens stark verzögern, wenn die Menschen da wirklich erst anfangen viele Seiten zu lesen. Und wenn dann dort jemand nicht rein kommt, ohne Ticketnummer, entfällt der Termin. Und sollte der Termin dennoch stattfinden wäre ja die Frage, wozu die Ticket/nummern gebraucht werden, wenn das nicht gebraucht würde.

Mein Eindruck: Sehr umständlich und immer noch nicht barrierefrei aus Senior:innenperspektive gedacht

Was passiert im März 2021?

Wie wird es weiter gehen in Kiel und Schleswig-Holstein? Momentan verharrt der Inzidenzwert bei 50. Da es aber in Kiel in wenigen tagen von 31 auf 50 pro 100.000 hochgeschnellt ist, müssen wir erwarten, dass die Zahlen ansteigen. Insbesondere die Einführung des Präsenzunterrichts müsste die Zahlen noch weiter nach oben puschen, zusammen mit der Ausbreitung der neuen Virusmutationen. Ich schreibe hier ja nix, was man nicht wüsste. Das weiß aktuell jede:r.

Die Impfung wird wohl leider noch nicht sicher, die weitere Ausbreitung behindern. Ich erwarte also durchaus wieder Inzidenzwerte über 100 und mitten in der Öffnung wieder ein neuer Lockdown. Verursacht durch die aktuelle Politik. Die kommenden 2-3 Wochen sind entscheidend und wie es aussieht werden nun die gleichen entscheidenden Fehler gemacht, wie bereits vor einem Jahr. man hat NICHTS gelernt, leider!

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