Fall Thierse: So sehen ECHTE Opfer aus – ein Offener Brief an den Deutschlandfunk @DLF

Wolfgang Thierse provoziert gerne. Ob nun als „Mahner“ oder als angeblicher Verteidiger der Demokratie. Und für Hartz IV war er auch von Anfang an.

Am 21. Februar fing seine „Notwehr“ gegen linke Identitätspolitik in der FAZ an. Den Artikel dokumentiert er auf seiner Seite.

Da der Deutschlandfunk ihm einen Gastbeitrag gestattet hat und nun er mir jetzt seit Wochen von der Startseite engegen lächelt, muss ich auf diese neuerliche Provokation reagieren und Empfänger ist dadurch der Deutschlandfunk, den ich hier in seiner Kürze zitiere:

Hallo
als Feedback: Da seit Wochen einem stets einem der Ex-Bundestagspräsident Thierse auf ihrer Website entgegen lächelt betrachte ich das als Provokation an alle Menschen, die sich durch seine Hassreden der vergangenen Monate stark angegriffen wurden.
Er hatte ja behauptet, die Identitätspolitik von links führe zu Cancel Culture. Sprich das alte weiße Männer nicht mehr auf Titelblättern und Websites ganz vorne abgebildet werden oder Essays für den Deutschlandfunk schreiben dürfen. Es könnte ja kein schöneren Beweis dafür geben, das seine Thesen Schwachsinn sind, als, das ich sein Ebenbild jeden Tag auf ihrer Website ertragen muss. Thierse hat es die letzten Monate nicht verstanden zuzuhören, sondern einfach darauf beharrt seine eigene, enge Perspektive zu vertreten. Was er nicht versteht gibt es nicht und wer ihn kritisiert, der will ihn zu Unrecht canceln. Und dafür bekommt er in den Feuilletons dann Platz 1. Denn alte weiße Männer dürfen in den deutschen Feuilletons nicht aussterben!
Oh ja Wolfgang, lass uns an Deiner Weisheit teilhaben, was würden wir nur ohne diesen Übervater machen, der auch mal eben allen Frauen, Migrant:innen sagt, wo ihr Platz ist und dass sie sich gefälligst einreihen sollen und nicht aufmucken!
Dass Sie ihn jetzt so hervorheben ist Rückendeckung für jeden alten weißen Mann, der um seine Privilegien bangt.

Email an de Deutschlandfunk Hörerservice am 11. Juni 2021

Seine Fehler sind:

  1. Er sieht nicht die größte Identitätspolitk. Das ist eben die, der weißen, männlichen Mehrheitsgesellschaft, die ihm auch zu zahlreichen Gastbeiträgen und Interviews an prominenter Stelle verholfen hat. Er trägt die typische Blindheit all jener in Sich, die ihre eigene Rolle nie hinterfragt haben
  2. Er verkennt, dass es bei Femizid oder rassistischen Anschlägen nicht um irgend welche Banalitäten geht und kriegt es nicht zusammen, dass sich Linke, Feminist:innen oder Migrant:innen eben gegen die Ursache dafür wehren. Er denunziert und delegitmiert DIESE dann als Identitätspolitik. Es sind aus seiner Sicht also weniger die Rassisten, die die Gesellschaft spalten, sondern die Opfer des Rassismus, die sich zur Wehr setzen!
  3. Er macht sich mit Rechtsradikalen gemein, die den Begriff „Cancel Culture“ erfunden haben in ihrem Kulturkampf. Unterm Strich: Alte weiß Männer dürfen alles sagen und wer dagegen vorgeht oder wenn sexuelle Übergriffe zu Kündigungen führen, dann ist das „Cancel Culture“. Es ist das typische „Man wird doch wohl noch sagen dürfen, das … (SCHWACHSINN EINFÜGEN)“

Nehmen wir einfach mal nur diesen Satz aus seinem Gastbeitrag der FAZ:

Die Rede vom strukturellen, ubiquitären Rassismus in unserer Gesellschaft verleiht diesem etwas Unentrinnbares, nach dem Motto: Wer weiß ist, ist schon schuldig. Und deshalb sei Blackfacing, sei kulturelle Aneignung über Hautfarben und Ethniengrenzen hinweg nicht erlaubt.

Quelle: Wolfgang Thierse; Februar 2021

Also sagt er: „Wo kommen, wir denn da hin, wenn ich als Ex-Bundestagspräsident mein schwarzgeschminktes Konterfrei nicht mehr beim Deutschlandfunk auf die Startseite packen darf? Das ist Unterdrückung!“

Zum Glück hat da der Deutschlandfunk nicht mitgeschminkt. Aber dennoch nimmt er da wieder mal unnötig Platz weg. Und da mich das seit Wochen extrem ärgert, musste der offene Brief raus.

Wenn Thierse mal was kapieren würde, würde er seine Artikel schnell zurückziehen, weil sie peinlich sind. Er ist wie dieser „Früher war alles Besser“-Opa, dem man dann sagen muss, das das Früher, was er so lobt die Nazizeit war und überhaupt nicht besser als heute.

Also A) Er sieht seine eigenen Privilegien und nicht und die der Mehrheitsgesellschaft und B) behauptet, dass nicht-so-privilegierte Gruppen die wahren Unterdrücker:innen sind, die dafür sorgen, dass er sich nachts unruhig im Bett hin und her wälzt und nicht schlafen kann, weil er Angst hat, gecancelt zu werden. Mimimimi… wie ich das hasse!

Für mich ist Thierse daher ein Hassprediger, der alles andere tut als zu vermitteln, was er sich ja gerne auf die Fahne schreibt.

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