Der Kampf gegen den #Inzidenzwert

 U.S. Navy Doctors, Nurses and Corpsmen Treat COVID Patients in the ICU Aboard USNS Comfort
Foto: gemeinfrei/public domain

Das mit der Bekämpfung der Pandemie hat ja bisher nicht so gut geklappt. Nun wird seit längerem schon darauf gedrungen den Inzidenzwert als Richtwert der Politik abzuschaffen.

Heute die Deutschen Krankenhausgesellschaft tageschau.de 31.7. „Krankenhäuser fordern Indikatoren-Mix„. Was sind die Argumente?

um angesichts des Impffortschritts die Corona-Pandemie besser einschätzen zu können

Man wolle eine Matrix aus 12 Werten einführen:

„Mit dieser Matrix lässt sich auf einen Blick leicht erkennen, wie die aktuelle Pandemielage tatsächlich ist und welche Trends beziehungsweise Zusammenhänge es gibt“

Ich habe damit aber nun ein Logikproblem:

  • Der Inzidenzwert ist ein Wert, neben dem es auch andere gibt, die diskutiert werden, wie zB der R-Wert. Natürlich kann man damit nicht ablesen, ob die Intensivstationen überlastet sind.
  • Wenn wir jetzt statt EINEM Wert 12 haben, dann wird man damit vielleicht vieles machen können, aber auf keinen Fall eines: Auf einen Blick leicht erkennen, wie die aktuelle Pandemielage tatsächlich ist“

Die Inzidenz verstehen viele vielleicht ansatzweise und vor allem ist sie weltweit vergleichbar. Wieso sollte es übersichtlicher werden, wenn man gleich 12 Werte darstellt? Soll daraus dann ein Quotient gebildet werden?

Jeden Morgen bekommen wir die neuesten Zahlen, die sind meistens:

  1. Die Zahl der Neuinfektionen von vorgestern auf gestern
  2. Die Inzidenz gestern
  3. Ein Vergleich der Neuinfektionen vom Wochentag vorgestern zum selben Wochentag der Vorwoche

Wie stellt sich dann die DKG vor, wie man die Matrix mit 12 Werten vortragen soll? Richtig: Gar nicht mehr. Die DKG fordert, dass die Tabelle etwas ist, die nur noch für Expert:innen und Politik ist und die Öffentlichkeit bekommt irgendwas erzählt. Und wer nachfragt bekommt ein: „Das versteht ihr eh nicht, das entscheiden die Expert:innen“. Ich müsst uns vertrauen.

Es wird also zu einem massiven Vertrauensverlust kommen. Coronaleugner bekommen neues Futter, denn es wird dann nur noch beliebig, wie man diese Matrix interpretieren soll.

Wo ist denn diese Matrix/Tabelle? Wieso findet man dazu keine Darstellung auf ihrer Homepage?

Und was soll das bedeuten?

Gaß geht etwa davon aus, dass die neue Testpflicht für Reiserückkehrer zu steigenden Inzidenzen führen wird, weil schlichtweg mehr getestet wird. Diese Entwicklungen müssten richtig eingeordnet werden, etwa Gegenüberstellung mit der Quote der positiven Testergebnisse, sagte er dem RND.

Die Inzidenz „beschreibt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen…. Für die vom Robert Koch-Institut (RKI) ermittelten Inzidenzzahlen werden ausschließlich Ergebnisse von PCR-Tests ausgewertet, nicht jedoch jene aus fehleranfälligeren Antikörper- oder Antigen-Schnelltests.“ (Quelle)

Die Inzidenz zeigt also an, wie viele Menschen positiv getestet wurden pro 100.000 und pro Woche. Welche positiven Testergebnisse meint also dann Herr Gaß, die hier wohl angeblich zu viel enthalten sind? Meint er die falsch-Positiven? Angeblich ist die Fehlerquote bei PCR inzwischen unter 1 Prozent. Also was soll der Humbug?

Natürlich müssen andere Werte berücksichtigt werden. Aber eben je nach Thema. Natürlich macht der Wert der Auslastung von Intensivstationen nur dann Sinn, wenn es um Intensivstationen geht und nicht wenn es um Maßnahmen außerhalb der Krankenhäuser geht.

Alles in einen Topf werfen und umrühren. und dann soll das für ehrenamtliche Kommunalpolitiker alles einfach werden? I dont think so. Die DKG schafft es ja nicht ein mal mit ihrem Vorschlag Transparenz zu erzeugen und klar zu machen, was sie vorschlägt und was das bedeutet.

Geht es hier nicht vielleicht mehr um die Interessen von Krankenhäusern? Welche Vorteile verspricht sich die DKG für ihre Mitglieder durch die Umsetzung dieses Vorschlags?

Was wir auf jeden Fall immer brauchen ist eine internationale Vergleichbarkeit. D.h. wenn wir in Deutschland diese Matrix einführen würden, würden wir die international verlieren. Und die brauchen wir, um zB die Politik unserer Bundesländer und Bundespolitik zu beurteilen.

Ein Kommentar

  1. Es wird doch täglich noch viel mehr veröffentlicht, etwa die Hospitalisierungsrate, die Zahl der an Covid Verstorbenen und zunehmend auch die Zahl der Long-Covid-Fälle. Aus diesen Zahlen kann jeder klare Rückschlüsse auf die pandemische Lage ziehen. Was aber bestimmt niemand braucht, weil es nur zur Verunklarung führt, sind irgendwelche (politisch oder wie auch immer interessengeleitete) gewichteten neuen Kennzahlen bzw. Mischwerte. Kurzum: Das RKI weiß schon, was es tut. Da sitzen die Fachleute.

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