#Afghanistan WTF?

Public Domain: Border Station, Torkhem, Afghanistan by James G. Pinsky, 2006 (DOD 060325-N-2653P-246)
Public Domain: Border Station, Torkhem, Afghanistan by James G. Pinsky, 2006 (DOD 060325-N-2653P-246)

Was passiert in Afghanistan? Was ist in Afghanistan passiert?

Wer ein wenig ins Thema einsteigen will, dem kann ich die beiden Teile von Rory Stewart empfehlen, die zwar auch nur die europäische Perspektive einnehmen, aber schon das ist zum Kopfschütteln:

Vor allem der Rückblick auf das, was alles bereits an Invasionen und Kriegen in der Region gab ist erhellend.

Dazu ein aktueller Bericht von Al Jazeera von heute, vor einer halbe Stunde (15. August):

Für Viele war es wohl so, dass man es seit Jahrzehnten hat kommen sehen. bei allem was man weiß: Einerseits hat man wieder einen Krieg als Lösung versucht. Und auch einer bisher sehr anders strukturierten Gesellschaft mit vielen Milliarden versucht unser Gesellschaftsmodell „zu verkaufen“. Dabei gab es sicher auch positive Seiten, die aber nicht nachhaltig sein konnten. Man hat sich m.E. eine Traumwelt geschaffen – man wollte ein Afghanistan nach den Vorstellungen des Westens schaffen.

Aber ich glaube eben jede Region braucht ihr eigenes Tempo. Und das auch oft und fast immer ein aufgezwungener Krieg die falschen Kräfte stützt – also nicht diejenigen, die den Frieden wollen und offen für westliche Ideen sind. Im Gegenteil.

Es gibt Menschenrechte, die ansatzweise universell sein sollten und auch in vielen Kulturen Bedeutung haben. Aber im Krieg hört all das auf eine Bedeutung zu haben, weil es nur noch um das Gewinnen und Kampf geht.

Mir fehlt da auch oft eine differenziertere Sichtweise aus Afghanistan selbst. Man interviewt hier entweder Afghan:innen, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben, oder die ihr Geld aus USA und Europa verdient haben. Oder gleich die Taliban. Aber wie denkt die große Masse? Ich vermute Afghanistan ist in den einzelnen Provinzen doch sehr verschieden und im Denken vieler ist doch der Nationalstaat oder die Zentralregierung weit entfernt.

Aus Somalia oder Afghanistan als „failed states“ könnten auch in Zukunft neue Regionen erwachsen, die auf ihre Art teilweise auch funktionieren, nur eben nicht mit einer funktionierenden Zentralregierung. Das beobachten wir hier aber auch dann gar nicht mehr, wo es eventuell in Somalia positive Entwicklungen gibt.

Und oft sind Ursache der „failed states“ auch vielseitige Interesse aus dem Ausland und Groß- und Regionalmächte, die bewusst ein Vakuum schaffen und keine Seite der anderen zugesteht, dass diese das ganze Land kontrolliert.

Ich glaube bei Afghanistan braucht man viel Geduld und Deutschland die Erkenntnis, dass fast alles nicht gut war, was wir da mitgemacht haben!

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