PM BUND: Großdemo am 28. August gegen Ausbau der #A20 in Stade

BAB20 Trebeltalbrücke 2017-10-11-2

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Pressemitteilung des BUND Schleswig-Holstein vom 28.8.2021
Großdemo am 28. August gegen Ausbau der A20 in Stade
BUND sperrt sich gegen klimaschädlichstes und teuerstes Autobahnprojekt der Republik
Stade. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-
Holstein e.V. (BUND SH) mobilisiert für Samstag, den 28. August, über die
Landesgrenzen hinaus zu Protesten gegen einen Weiterbau der A20. Über 20
Organisationen und Verbände demonstrieren gemeinsam in Stade gegen die
Weiterführung des Projektdinosauriers: In den 1990er Jahren geplant, will die
Bundesregierung das sieben Milliarden teure Projekt trotz massiver Umweltschäden
vorantreiben: Anpassungsfähigkeit an Bedarf und Bedingungen des 21. Jahrhunderts
sieht anders aus.


Die A20 würde auf 80 Prozent ihrer Strecke wichtige CO 2 -Speicher wie Moore und
Marschböden zerstören – in Schleswig-Holstein betrifft das den Großteil der Strecke
von Wittenborn bis zur Elbe. Moore binden in ihren Torfen weltweit circa 450
Gigatonnen Kohlenstoff und damit mehr als alle Wälder der Welt zusammen. In
Deutschland sind bereits 95 Prozent der Moore zerstört. Fast sieben Prozent aller
Treibhausgas-Emissionen Deutschlands kommen aus diesen trockengelegten
Moorgebieten In Schleswig-Holstein emittieren entwässerte Niederungen fast
genauso viele Klimagase wie der gesamte Verkehr. Durch den Bau würde ein
erheblicher Teil des noch gebundenen Treibhausgases freigesetzt. „Durch das
Ausspülen des geplanten Elbtunnels entsteht zudem saurer, schwefelhaltiger Abraum,
der die Marschgräben und die Elbe vergiftet,“ warnt Ole Eggers, Landesgeschäftsführer
des BUND SH. Der Verkehr hat als einziger Sektor bisher keine Einsparungen
vorzuweisen. „Wir fordern einen grundsätzlichen Stopp des Autobahnneu- und
Ausbaues in Deutschland: Wir brauchen ein besseres ÖPNV-Netz, mehr Radverkehr
und viel mehr Schiene – nicht noch mehr Autoverkehr! Das wäre nicht nur
klimafreundlicher, sondern auch sozialgerechter. Wir müssen jeden Straßenbau
daraufhin bewerten, ob das unter ökologischen, ökonomischen und Klima-
Gesichtspunkten noch zu rechtfertigen ist“, so Eggers weiter.


Rainer Guschel von der BUND Kreisgruppe Steinburg und seit über 40 Jahren aktiv im
Einsatz gegen Umweltzerstörung bemängelt: „Seit 2002 klagt der BUND gegen die
Fortführung dieses volkswirtschaftlich und ökologisch unsinnigen Projekts. In vier
Abschnitten wurden die Planungen bereits wegen Verstößen gegen das Gewässer-
bzw. Artenschutzrecht gerichtlich gerügt und für rechtswidrig erklärt. In keinem
einzigen Abschnitt existiert bislang Baurecht.


Bereits Anfang Juni hatten bundesweit Proteste gegen die A20 auf die drohende Klima-
und Umweltgefahr aufmerksam gemacht. In Bad Segeberg hatte der BUND und seine
Verbündeten auf die 7,5 Hektar große, geplante Schneise durch Schleswig-Holsteins
zweitgrößtes Waldgebiet, den Segeberger Forst, hingewiesen. Schleswig-Holstein ist
das waldärmste Bundesland und würde an dieser Stelle unwiederbringlich intakte
Wälder und Moore zerstören. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Bau für die
geschätzten 19.000 Fahrzeugen täglich gar nicht lohnt.


Die A 20-Planungen sind mit rund 200 Kilometern Länge von Weede kurz vor Bad
Segeberg bis zum ostfriesischem Westerstede das längste und teuerste
Neubauprojekt des gesamten Bundesverkehrswegeplans – und dasjenige mit dem
selbst vom Bundesumweltamt anerkannten größten Umweltschaden.

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