#GaardenerBrücke

Gaardener Brücke verbindet den Gaardener Ring mit der Johannesstraße. Im Hintergrund: die Schwimmhalle Gaarden 
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Gaardener Brücke , Lizenz

Die Gaardener Brücke soll weitergebaut werden. Heute wurde eine Veranstaltung angekündigt:

Gaardener Brücke- Wie geht es weiter?

Ich wollte mir das anschauen/anhören und dachte erst das wäre ein Spaziergang. Mit wurde gesagt, es wäre aber ein Workshop.

Foto Workshop zu Gaardener Brücke

Da waren einige Fotos, Grafiken usw. ich glaube von Schüler*innen vorbereitet. Aber die Fragen auf dem großen Papier waren entweder zu allgemein oder zu spezifisch.

Die Brücke als solche stand nicht zur Debatte. Aber durchaus die Frage, wie man „sich Gaardens Zukunft vorstellt“.

Es war also irgendwie ein Versuch die Bürger*innen einzubinden und anzusprechen. Ich habe da schon viele solcher Versuche erlebt, aber irgendwie auch immer die Erfahrung gemacht, dass es so recht nicht klappt mit den Ansätzen der Beteiligung. Man schreibt mal was auf und sagt was – und es landet in einem großen Pulk an Zetteln und man weiß am Ende gar nicht, wer das auswertet und was damit passiert. Sprich: Intransparenz. Ich glaube, das ist eigentlich ganz wichtig für Beteiligungen, dass es nicht so abläuft wie mit Kindern: Dass man ihnen Stifte in die Hand drückt und fragt, ob sie Lust haben, was zu malen!?

Denn der Verdacht liegt nahe, dass alles Mögliche in Schubladen verschwindet. Zudem geht es dann auch um die Interpretation des Mitgeteilten. Es gibt unzählige Beispiele, wo irgendwelche Bürger*innenideen ins Gegenteil gewandelt wurden und darauf quasi improvisiert wurde und damit die Intention um 180 Grad gedreht. Sicher nicht im Sinne der Erfinderin!

Und da ist auch das Problem in der Diskrepanz zwischen „Expert*innen“ und einfachem Volk, die oft nicht die gleiche Sprache sprechen. Aus Sicht der Stadt ist es nach Jahrzehnten der Untätigkeit sicher ein No-Brainer, dass diese Brücke nach 20 Jahren „ENDLICH“ fertig gebaut wird.

Fußgängerbrücken

Ich empfehle zu dem Thema den Artikel Pedestrian Bridges Make Cities Less Walkable. Why Do Cities Keep Building Them?

Pedestrian bridges do not encourage walkable, livable communities, nor do they improve road safety for drivers or cyclists. Separating people from the street reinforces the prioritization of personal motor vehicles, while encouraging speeding, driver negligence, and traffic fatalities.

Zusammengefasst: Fußgänger*innen-Unter- und Überführungen sind nicht so sehr für Zufußgehende gedacht, sondern für Autos. In der Werftstraße sieht man es auch, dass es dort zum Teil nur auf einer Seite Rad- und Fußwege gibt. Die ganze Infrastruktur war dort von vorneherein aufs Auto ausgerichtet. Der Ernst-Busch-Platz hatte von Anfang keine Räder berücksichtigt. Theoretisch ist dort sogar das Radfahren verboten, allerdings ist es die zweitmeistbefahrende Radstrecke in Kiel. Insbesondere morgens für den Radberufsverkehr. Geht da mal so um 7 halb 8 zu Fuß und lasst euch von Rädern überrunden (aber nicht überfahren).

Diese Stelle (Kai-City) soll eine Verbindung zur Innenstadt und Gaarden werden. Dazu fehlt aber noch viel mehr. Vor allem ist die Werftstraße zwischen Kieler Straße und Karlstal auf beiden Seiten sehr unattraktiv. Und die Überbrückung wird nicht dazu beitragen. So kommt man zum LIDL an der Werftstraße nur von der Brücke über eine schmale, unattraktive Treppe.

Fußgänger*innenbrücken sind nicht barrierefrei und können es auch nicht sein. Das gilt in Kiel auch zB für die Brücke zwischen Sophienhof und Hauptbahnhof oder das Aufstiegsbauwerk zum Holstentörn/Karstadt. Diese sind Barrieren, die nicht wirklich nötig sind und aus einer alten Denke heraus kommen.

Im Grunde müsste man diese Ecke noch mal ganz neu denken und nicht auf den Plänen aus den 90ern aufbauen, die ja den Fokus auf das Auto hatten. Der Ernst-Busch-Platz wird ja zur Zeit etwas genutzt, aber viel zu wenig und es gibt eben den ständigen Konflikt mit den Rädern. Ich habe da leider keine aktuellen Pläne sehen können, bezweifle aber, dass man mit der Lösung einer Brücke irgendeine Verbesserung hinbekommen wird, sondern vermutlich eher neue Probleme aufwerfen und bekommen wird.

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