#CoronaKiel Coronalage Juli 2022

Also ich halte fest:

  • Man hat jetzt über Monate ein Gutachten erstellen lassen von einem kleinen Gremium. Daran sollen alle weiteren Maßnahmen abhängig gemacht werden, vor allem Wunsch der FDP.
  • Das wichtigste Ergebnis scheint zu sein, dass die Aussagekraft des Gutachtens mangelhaft ist.

Man hat in diesem und im letzten Jahr massiv die Maßnahmen eingekürzt. Kritiker*innen, die warnten, dass es dann schon im Sommer zu einer Welle kommen würde, wurden ignoriert. Denn Masken und Abstand würden ja eh nicht helfen, so die Politik. Zumindest nicht so viel, dass man zB eine Maskenpflicht im Einzelhandel aufrechterhalten wollte.

Und in Kiel holte man 3 Millionen Menschen in die Stadt zur Kieler Woche. Zwar gab es zu Anfang der Kieler Woche schon fast tausend Infizierte auf 100.000 (also 1 Prozent alle Bürger*innen), aber man hatte lange vorher festgelegt, dass man sich davon nicht mehr beirren lassen wollte. Denn Inzidenzen sollten ja auch gar keine Relevanz mehr haben. Dabei gab es damals 2020 einen Lockdown, als es lediglich 35/100.000 gab. Komischerweise glauben Leute heute aber, dass JETZT Ansteckungen unwahrscheinlicher wären als damals.

Egal wo man läuft. Überall keine Masken mehr. Das Ergebnis war vorhersehbar wie bei jeder vorangegangenen Welle: Explodierende Zahlen, neue Varianten, die sich noch besser ausbreiten.

Und jetzt stellen sich Leute wie Marco Buschmann hin und sagen: „Habe ich doch gleich gesagt, dass keine Maßnahmen wirken“.

Aber das Impfen wichtig ist, da ist er sich sicher. Auch wenn es heute mehr Infizierte gab, als zu Zeiten, wo es nur Maßnahmen aber keine Impfungen gab. Ich bin ja auch der Meinung, dass Impfungen richtig und wichtig sind. Aber die verhindern keine Infektionen, sondern verhindern primär starke Erkrankungen. Wichtiger wäre aber noch, Infektionen wirksam zu verhindern.

„Deutschland winterfest machen“. Sorry Leute, mit euere Politik habt ihr uns mitten im Sommer, an dem man uns sagte, dass hier Corona zurückgeht ein Hoch beschert bei den Infektionen. Wenn ich dann auch Sprüche höre wie „Kosten-Nutzen-Rechnung“ dann klingt das in meinen Ohren ganz danach, auf wen man denn in der Gesellschaft gerne verzichten kann. Vielleicht Menschen mit Vorerkrankungen, alten Leuten und Menschen mit Migrationshintergrund? Und wenn ich dann auch sehe, dass Tests jetzt teurer werden, weiß ich auch, dass man am unteren Ende spart. Alle, die es sich es nicht mehr leisten können, werden sich nicht mehr testen lassen. Die Wirtschaft wurde bisher auch nicht verpflichtet ihre Mitarbeitenden testen zu lassen, gerade wenn sie auf Anwesenheitspflicht bestehen.

Die KielRegion ist mit den Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Plön und Kiel aktuell in Deutschland ganz vorne:

https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4

Der Kieler-Woche Effekt eben. Konnte ja niemand wissen?

So wie es aktuell aussieht, erscheinen mir auch weit höhere Infektionszahlen und Hospitalisierung auch nicht mehr all zu weit entfernt. Wo ist die Obergrenzen? 10 Prozent? Oder geht es weiter? Und Personal in Kliniken ist jetzt schon knapp. Aber die Überlastung spielt diesmal auch keine Rolle.

Ob in Kommunen, Land oder Bund, da kannst du die Politik aktuell echt nur noch in der Pfeife rauchen. Sie tun nicht, was sie tun könnten und delegitimieren sich selbst.