Energiefarce

Robert Habeck (Bundesvorsitzender, Bündnis 90/Die Grünen)
Foto: stephan-roehl.de

 Quelle https://www.flickr.com/photos/boellstiftung/44138259955, Lizenz https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/
Robert Habeck (Foto: stephan-roehl.de)

Es ist ja kaum zu ertragen, wie dieses Theater um Energie und Gas uns dargestellt wird. Grund ist ja der Ukrainekrieg und der Bezug von Gas aus Russland. Dazu kommen steigende Preise. Aktuell ist die primäre Reaktion folgende Technologien zu fördern:

  • Atomkaft
  • Steinkohle
  • Braunkohle
  • LNG

Ja, genau, DIE Technologien, die für unsere Zukunft die größte Gefahr darstellen. Das Geld, was jetzt HIER investiert wird, fehlt beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Da nehmen wir kaum große Ausbaupläne war.

Wo fehlen auch noch Maßnahmen?

Man muss Energie insgesamt betrachten. Das heißt egal in welcher Form und für welchen Zweck. Es macht nicht viel Sinn Gas oder Wärme für sich alleine zu betrachten. Das gilt natürlich insbesondere für die Betrachtung im Zusammenhang mit dem Klimaschutz, der ja wohl immer noch eine Rolle spielen sollte?

Was mir fehlt ist zB:

  • Diskussion über unsinnige Produkte, oder besonders energieintensive
    • Warum zB gibts noch kein Gesetz gegen plastikverschweißte Salatköpfe und anderes Gemüse?
    • Einsatz von Aluminium (hochenergieintensiv)
    • Wegwerfprodukte?
    • Steuer auf besonders energieverschwendende Geräte? Oder Verbot? Mindeststandards?
    • Landwirtschaft. Wie kann dort Energie eingespart werden?
  • Flugverkehr Hallo?
  • Kreuzfahrttourismus Hallo?
  • und insbesondere Tempolimit?

Wenn Herr Habeck und Co davon reden, dass die Lage ernst ist, dann frage ich mich, warum die Regale in Supermärkten, Baumärkten und Kaufhäusern und Outlets immer noch voll sein können?

Wäre die Lage ernst, dann müsste es ja bereits irgendeine Knappheit geben oder harte Gesetze wären bereits im April beschlossen worden.

Dagegen würde eigentlich nichts beschlossen, außer der o.g. Wiedereinstieg in Technologie, deren Ausstieg wir so dringend brauchten in den kommenden zwei Jahren. Danach wird es zu spät sein, um den Klimawandel noch zu bremsen.

Aus meiner Sicht stellt sich die Lage so dar, dass wenn Habeck sagt „die Lage sei ernst“, dann redet er davon, dass es eventuell von einer Firma ein paar weniger Schokoriegel geben wird.

Aber wovon jetzt schon die Rede ist, dass wir alle mehr für das Heizen zahlen werden. Genau, auf keinen Fall, soll die Industrie einsparen, die uns mit einem Haufen unsinniger Produkte zuschüttet.

Man muss sich vor allem klar machen: Die heutige Situation ist seit den 70ern, seit der ersten Energiekrise eigentlich die Gleiche. Energieknappheit. Die Grenzen des Wachstums. Wir haben uns nicht demgemäß verhalten. Und nun, bei der ersten Gelegenheit die Klimapolitik auszubremsen, tun wir das auch. Nicht, dass die alten Technologien alternativlos wären. Im Gegenteil. Wir wissen, dass wir spätestens in 2 Jahren LNG nicht mehr verwenden dürfen. Das sind alles Strohfeuer, die während der Klima- und Energiekrise gezündet werden und noch mehr Energie kosten werden und das auf Kosten zukünftiger Generationen

ALSO: Es gibt keine ernste Situation, außer dass wir das, was wir eigentlich vorhatten: Ausstieg aus Fossilen Energien, früher angehen müssten. Diesen Plan haben wir jetzt verworfen, eben weil wir glauben, dass es keine langfristige Krise gibt, sondern darum geht, nun mal kurz Laufzeiten von Kohle- und Atomkraftwerken zu verlängern. Aber wir wissen ja jetzt schon, dass die Situation in 1-2 Jahren unverändert sein wird. Das Einzige, was sich ändern wird, ist das die Erneuerbaren Energien und die Energiewende stärker als zuvor ausgebremst werden. Und damit in 3 Jahren alles zu spät sein wird. Weil wir von blinden Politiker*innen regiert werden, die lieber auf einen Weltuntergang zusteuern, als die Industrie oder bestimmte Wähler*innen zu verschrecken.

Habeck betont zwar immer, dass wir einen längeren Atem brauchen. Aber was nutzt uns das Alles, wenn es zum Handeln zu spät sein wird und am Ende gibt es den Backlash und wieder eine unionsgeführte Bundesregierung in fünf Jahren. Aber was soll uns daran noch schrecken, wenn doch die Ampel auch nicht mehr handelt?

Selbst simpelste Maßnahmen als Nobrainer, wie zB ein Tempolimit werden nicht beschlossen. Und die Bevölkerung ist zufrieden, so wie auch bei Corona und der letzten Landtagswahl in SH. Politik hat gar keine Konsequenzen auf das Wahlverhalten. Es geht nur noch um Stimmungen und darum kurzfristige Optionen zu nutzen. Immer die nächste Wahl vor Augen. Das Ergebnis der Politik ist dabei vollkommen egal. Es merkt ja eh keiner. Allenfalls kleine Skandälchen, die durch die Medien geistern führen noch zu Debatten oder hin und wieder zu Rücktritten. Aber eine jahrzehntelange, verfehlte Politik nicht. Und wen will man schon wählen? Letztlich gibt sich das oft nicht viel. Vielleicht sind SPD, GRÜNE, FDP gesellschaftlich/sozial fortschrittlicher, aber nicht bei den Themen wie Umwelt und Klima.