Alle sind gleich?

Demokratie
Autor:in

Thilo Pfennig

Veröffentlichungsdatum

3. Januar 2026

Schlüsselwörter

Animal Farm, Interventionistische Kunst, Kulturförderung, Alte Mu, Amerika Gesellschaft, Kennedy-Haus

Während die Stadt Kiel beschlossen hat, den Topf „Interventionistische Kunst in Gaarden“ 2026 und den Topf „Gemeinsam Kiel gestalten“ (GKG) zeitgleich auszusetzen, hat man anderswo mehr Geld locker gemacht:

Bedenkt man zahlreiche weitere Ausnahmen kann man schon die Rechnung aufmachen, dass da mal eben 2 Millionen alleine im Dezember mehr ausgegeben wurde, während man bei GKG und Interventionistische Kunst besonders in Gaarden ansetzt (dort vielen zuletzt 8 Anträge zu GKG 2025 ins Wasser wegen der Haushaltssperre). Man merkt: Bei Gaardener Interessen und Freier Kunst ist man schnell mit dem Rotstift dabei. In anderen Angelegenheiten schafft man aber noch im Dezember Ausnahmen, NACHDEM der Haushalt eigentlich schon durch ist und gejammert hat, dass es LEIDER NICHT ANDERS GEHT als hart zu sparen, da müssten doch ALLE FÜR VERSTÄNDNIS HABEN.

Auch das Büro Soziale Stadt Gaarden soll mit 2.000 Euro weniger auskommen.

Und mal ganz davon abgesehen, dass fast alle Parteien für ein Milliardenloch durch Kiels Beteiligung an einer der nächsten Sommerolympiaden gestimmt haben.

Wieder mal zeigt sich:

„Alle sind gleich, aber manche sind gleicher!“

Bezeichnender weise klappt es immer genau dann nicht, dass die Ratsversammlung für ein Projekt an einem gemeinsamen Strang zieht, wenn es um einen Stadtteil wie Gaarden geht. Hier wird seit Jahrzehnten gespart, sodass hier ein Investitionsdefizit von Milliarden von Euro mit den Jahrzehnten entstanden sind.

Wie soll in Gaarden irgendwas besser werden, wenn man in Summe WENIGER investiert ? Es wird dann zwar immer seitens der Politik gejammert, aber auch irgendwie erwartet, dass Gaarden nicht nur fast alleine die Integrationsarbeit leistet, sondern auch auf jedem Gebiet mit weniger Investitionen sich genau so entwickelt, wie das Westufer. Dabei wird dann auf Transferleistungen im Sozialbereich verwiesen oder auf kleine Kreativtöpfe für Gaarden. Aber keine dieser Töpfe ändert etwas an den strukturellen Defiziten, die die Verwaltung seit Jahrzehnten selber befördert hat. Es gibt als aktive Veranstaltungszentren lediglich das Werftparktheater (in Ellerbek/Werftpark) und die kleine, unterversorgte Stadtteilbücherei. Kein einziges soziokulturelles Zentrum, keine Räume für Aufführungen oder Kino.

Dann macht man aber so Veranstaltungen wie Kulturrotation143, von denen man dann erwartet, dass sich Gaarden mal schön rausputzt und den Westuferbesucher:innen mal zeigt, wie arme Leute feiern können ohne viel Geld von der Stadt. Gaarden dient halt als abschreckendes Beispiel. Und hier muss man auch keine Gehwege reparieren. Bleibt mehr Geld für Düsternbrook.

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