NOLympia

Demokratie
Autor:in

Thilo Pfennig

Veröffentlichungsdatum

2. Juni 2026

Schlüsselwörter

NOLympia, Hamburg

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Hamburg hat am vergangenen Sonntag NEIN gesagt zur Olympiade. Eine Entscheidung mit offenbar weitreichenderen Folgen. (Siehe auch NOLYMPIA HAMBURG

Laut Kieler Nachrichten vom 31. Mai:

Das Nein aus Hamburg bedeutet auch ein Nein für olympische Handball- und Rugbywettbewerbe in Kiel, die es im Falle eines Zuschlags für Hamburg gegeben hätte.

Insgesamt sind die Chancen Kiels damit Co-Autragungsort zu werden stark geschwunden. Bisher hat nur Rostock eine klare Zusage aus Berlin. In Kiel war die diesmalige Abstimmung mit noch weniger Beteiligung und Zustimmung ausgegangen als 2015. Auf dem Papier ist es zwar ein klares JA, aber wenn weniger als 1/3 abstimmen, entwertet das das Ergebnis auch zu großen Teilen. Eine Begeisterung für Olympia sieht anders aus.

Am Donnerstag den 4. Juni entscheidet die Stadt Kiel dann im Wahlprüfungsausschuss u.a. über meinen Widerspruch gegen den Bürgerentscheid:

11.05.2026 Sehr geehrte Damen und Herren, Ich lege hiermit Widerspruch gegen den Bürgerentscheid zu der Frage: „Sind Sie dafür, dass sich die Landeshauptstadt Kiel an der Seite eines deutschen Hauptaustragungsortes um die Austragung Olympischer und Paralympischer Segelwettbewerbe sowie möglicher weiterer Sportarten (zum Beispiel Freiwasserschwimmen, Coastal Rowing (Küstenrudern), Handball und Rugby) für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 bewirbt?“

Diese wurde am 19.04.2026 mit einer Zustimmung entschieden. Meine Gründe: Die Kostenschätzungen, die in dem Informationsblatt der Wahlbenachrichtigung beigelegt wurde §16g Absatz 5 widerspricht,

  1. Weil die Kostenschätzung nicht wie vorgeschrieben der Darlegung vorangestellt wurde, sondern erst nachrangig auf Seite 3 erscheint
  2. Weil die Kostenschätzung nicht die vollständigen Kosten der Durchführung der Olympischen-Spiele als Co-Austragungsort enthält. So sind in der Kostenschätzung nicht enthalten:
  3. Die Baukosten für das Olympische Dorf (ca. 60-54 Millionen Euro)
  4. Die Bewerbungskosten für die nächsten Jahre. Die angegebenen Personalkosten beziehen sich vermutlich nur auf die Kosten bis zum Bürgerentscheid, weil diese ungefähr die gleichen Kosten sind, die sich aus einer Kleinen Anfrage der Linksfraktion 2015 für die damalige Bewerbung ergeben.
  5. Die Kosten für die Sicherheit während der Durchführung der Olympischen Spiele
  6. Es wird behauptet, dass weitere Kosten über ein nationales Olympiabudget gedeckt werden. Ein solches Budget, dass bereits heute alle Kosten abdeckt, gibt es aber gar nicht.
  7. Es wird zudem nicht unterschieden zwischen anfallenden Gesamtkosten und dem geschätzten Kostenanteil der Stadt Kiel. Dadurch ergibt sich keine Kostentransparenz.

Aus meiner Sicht wurden Kosten hier zum einen bewusst falsch geschätzt (da öffentlich seitens der Stadt Kiel bereits höhere Ausgaben wegen Olympia versprochen wurden), oder/und bei den Kosten fehlen wichtige Posten. Am Ende entspricht die Kostenschätzung vermutlich nicht ein mal annähernd den tatsächlichen Kosten für die Durchführung der Spiele. Durch diese Fehlinformation fehlte der Bevölkerung eine transparente Informationsbasis anhand derer sie eine fundierte Entscheidung hätten treffen können. Dies wurde dadurch verstärkt, das im Informationsschreiben, anders als 2015 die Argumente der Opposition und Gegner*innen vollkommen verschwiegen wurde. Insofern bestand auch keine Möglichkeit sich anhand des Informationsschreibens über andere Kostenschätzungen zu informieren. Ich bin aus oben genannten Gründen der Meinung, dass der Bürgerentscheid so nicht hätte durchgeführt werden dürfen und beantrage, dass das Ergebnis daher als nicht rechtsgültig gewertet wird. Es stellt sich auch für die Zukunft von Bürgerentscheiden die Frage, wie wahrheitsgemäß Angaben sein müssen.

Ich bin sehr gespannt, wie die Stadt entscheidet. An sich habe ich keine hohen Hoffnungen, da ich es gewohnt bin, dass bei wichtigen Angelegenheiten es nicht so genau genommen wird mit den Regeln. Aber vielleicht agiert ein Wahlprüfungsausschuss da auch strenger. Sollte der Bürgerentscheid kippen, wäre das schon ein großer Hammer.

Mehr auch in meinem NOlympia Podcast.

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